Unser Leitbild

Die Volkshochschule Bayreuth ist ein kommunales Weiterbildungszentrum und ein Ort der Begegnung. Sie erfüllt die in der bayerischen Verfassung verankerte Aufgabe der Erwachsenenbildung. Ihr Angebot richtet sich an Erwachsene jeder Altersgruppe, unabhängig von Herkunft, Bildungsstand und Weltanschauung.
Die Arbeit der Volkshochschule ist an demokratischen und sozialen Grundprinzipien ausgerichtet. Sie orientiert sich an einem humanistischen Menschenbild und an Werten wie Toleranz, Chancengleichheit und Redlichkeit im Umgang mit Wissen.
Unsere Ziele

Unser wichtigstes Ziel sehen wir in der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen. Die Angebote unseres Programms befähigen nicht nur zur Teilhabe am modernen Informationszeitalter, sondern sie vermitteln auch Zusammenhänge und Orientierungswissen, um Informationen einordnen, bewerten und persönlich nutzen zu können. Dazu unterstützen wir lebenslanges Lernen im Sinne eines menschlichen Entfaltungsprozesses, der die geistige, körperliche und seelische Ebene gleichermaßen umfasst. Wir bieten ein vielfältiges, an den Bedürfnissen der Menschen orientiertes Kurs- und Vortragsprogramm. Bei dessen Gestaltung achten wir auf hohe Qualität sowie auf Ausgewogenheit von Aktualität und Bewährtem.
Unser Bildungsangebot entsteht in partnerschaftlicher Zusammenarbeit von hauptberuflichen Mitarbeiter/innen und freiberuflichen Dozent/innen. Wir alle verfügen über hohe fachliche und pädagogische Fähigkeiten sowie Sozialkompetenz, und entwickeln uns ständig durch qualifizierte Fortbildung weiter.
Unser Leistungsspektrum umfasst Angebote in den Bereichen Sprachen, Gesundheit, Kultur und Kreativität, Berufliche Bildung, Gesellschaft und Politik. Für bestimmte Zielgruppen bieten wir maßgeschneiderte Kurse und Seminare. Unsere Aufmerksamkeit gilt auch bildungsfernen und bildungsbenachteiligten Menschen. Eine faire und sozialverträgliche Gebührengestaltung ermöglicht die Kursteilnahme auch bei niedrigem Einkommen.
Unsere Teilnehmer/innen stehen im Mittelpunkt unseres Handelns. Wir bieten einen umfangreichen Service, der auch individuelle Beratung einschließt. Auf Kundenfreundlichkeit legen wir größten Wert.
Gelungenes Lernen setzt ein angemessenes Lernumfeld voraus. Daher bemühen wir uns um fortlaufende Verbesserung unserer Ressourcen. Dazu gehören für uns freundliche Unterrichts- und Arbeitsräume, eine moderne Medienausstattung und erwachsenengerechtes Unterrichtsmaterial. Mit den uns zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln gehen wir wirtschaftlich um. Unsere zentralen Angebote ergänzen wir durch Kurse und Seminare in den Bayreuther Stadtteilen.
Zusammen mit einem Netzwerk von Kooperationspartnern, mit dem wir im ständigen Dialog stehen, gestalten und entwickeln wir die Bildungslandschaft in Bayreuth.
Aschaffenburger Erklärung
Positionspapier der Bayerischen Volkshochschulen
Volkshochschulen – entschieden demokratisch!
Während die Hofer Erklärung des Bayerischen Volkshochschulverbandes von 2019 die Inhalte von Demokratiebildung an bayerischen Volkshochschulen fokussierte, nimmt die vorliegende Positionierung das Verständnis von Volkshochschulen als „Schulen der Demokratie“1 in den Blick. Im Rahmen unserer Landestagung am 8. Mai 2025 gedachten wir auch des Kriegsendes vor 80 Jahren und des folgenden Auf-baus demokratischer Strukturen.
Erste Volkshochschulen in Bayern wurden in der Weimarer Republik als Orte der De-mokratie gegründet, in der NS-Zeit gleichgeschaltet oder abgeschafft und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder oder neu ins Leben gerufen.
Entschieden unabhängig!
Der Bayerische Volkshochschulverband ist „parteipolitisch, konfessionell und von ge-sellschaftlichen Verbänden unabhängig“ (§2 Ziff. 1 der Satzung des bvv). Dies be-deutet: Volkshochschulen arbeiten auf „überparteilicher und überkonfessioneller Grundlage“ (§4 Ziff. 4b). Parteipolitische Unabhängigkeit bedeutet jedoch keinesfalls, dass alle politischen Positionen grundsätzlich zu akzeptieren sind. Standpunkte, die die Menschenwürde, das Demokratieprinzip oder die Rechtsstaatlichkeit ablehnen, stellen das Grundverständnis unserer liberalen Demokratie und damit auch das Grundverständnis der Arbeit der Volkshochschulen infrage.
Beschäftigte und Lehrkräfte von Volkshochschulen vertreten ebenso wie die Teilneh-menden verschiedene Auffassungen und haben unterschiedliche politische Überzeu-gungen. Zwar legt das staatliche Neutralitätsgebot dabei nahe, dass sich Volkshoch-schulmitarbeitende bei Gelegenheiten, an denen sie in offizieller, beruflicher Funktion teilnehmen, nicht parteipolitisch äußern. Dies schließt jedoch eine Positionierung ge-gen jede Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit nicht aus – im Gegen-teil! Im Interesse der Verteidigung unserer liberalen Demokratie sind Volkshochschu-len zu dieser Form der Positionierung verpflichtet.
Entschieden offen und vielfältig!
Volkshochschulen sind offen für alle Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Nationalität, Bildung, sozialer Lage, Beruf, Behinderung, Weltanschauung, politischer oder sexueller Orientierung. Sie sind damit auch offen für Menschen mit unterschied-lichen und gegensätzlichen Auffassungen. In Bildungsangeboten der Volkshochschu-len sind alle eingeladen, ihre Meinung frei zu äußern. Das in der Verfassung garan-
1 Vgl. Meilhammer, Elisabeth, Deutsche und amerikanische Initiativen zum Wiederaufbau der Volks-hochschulen in Bayern nach 1945, München 2022.
tierte Grundrecht der Meinungsfreiheit bildet den rechtlichen Rahmen unserer Arbeit. Dabei gilt auch: Selbstverständlich findet nicht jede Meinung Zustimmung! Wir wider-sprechen antidemokratischen und verfassungsfeindlichen Positionen und dulden keine rassistischen, antisemitischen und anderen diskriminierenden Äußerungen – auch zum Schutz der und aus Respekt für die abgewerteten Personen.
Entschieden kontrovers!
Wir planen unser Bildungsprogramm mit Blick auf die Vielfalt der politischen Positio-nen im demokratischen Spektrum und unter Ausschluss unwahrer und die Fakten manipulierender Thesen.
Wir bekennen uns zum Beutelsbacher Konsens2 – dem Grundkonsens der politi-schen Bildung. Dieser formuliert ein Indoktrinations- und Überwältigungsverbot sowie die Aufforderung zur Kontroversität. Denn die Austragung von politischen Meinungs-unterschieden, konkurrierenden Interessen und Perspektiven gehört wesentlich zum demokratischen Prinzip. Deshalb verstehen sich die Volkshochschulen als Foren ei-ner demokratischen Streitkultur. Wir widersprechen Äußerungen, die Menschen dis-kriminieren oder die die freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage stellen. Das kann auch Positionen betreffen, die von Parteien und Personen vertreten wer-den, die demokratisch gewählt sind.
Stand: 09. April 2025